Gesamtschule Rosenhöhe und das Rudolf-Rempel-Berufskolleg thematisieren den Umgang mit Ressourcen

Brackwede (WB). Gut 300 Jugendliche haben gestern eine eindeutige Botschaft mit nach Hause genommen: Das Handeln jedes Einzelnen verändert die Welt. Im Unterricht haben sich die Schüler des Rudolf-Rempel-Berufskollegs und der Gesamtschule Rosenhöhe fächerübergreifend damit beschäftigt, wie die Ressourcen gerechter verteilt werden können. "Fair Future II", gerechte Zukunft, titelte der Film, der nun gezeigt wurde.

 Schüler lernen, global zu denken

Oberbürgermeister Pit Clausen, der die Schirmherrschaft für das Projekt an der Rosenhöhe und zuvor am Carl-Severing-Berufskolleg übernommen hatte, machte gleich in seiner Begrüßung deutlich, dass es die Jugendlichen in der Hand haben – zum Beispiel bei der Linie 5 von Heepen bis Sennestadt, über die am 25. Mai alle Bielefelder abstimmen dürfen, die 16 Jahre und älter sind. „Zukunft kommt nicht von alleine, sondern wir alle machen Zukunft. Sie können entscheiden, ob Sie 25 000 Autos täglich weniger auf den Straßen haben und viele Tonnen Kohlendioxid einsparen wollen“, warb der Bürgermeister für die neue Straßenbahnlinie.

Die Mobilität war jedoch nur ein Mosaiksteinchen der bundesweiten Bildungskampagne Fair Future II – der ökologische Fußabdruck, hinter der die Entwicklungsorganisation Oxfam und der Verein Multivision für Jugend- und Erwachsenenbildung stehen. Die Initiatoren wollen zeigen, dass die Welt und ihre Ressourcen als Ganzes zu sehen sind. Und sie weisen auch auf die ungleiche Verteilung der Ressourcen hin. Als Messeinheit wird der sogenannte ökologische Fußabdruck festgelegt. Diplom-Politologe Björn Wiele, der die Veranstaltung in der Gesamtschulaula moderierte, präsentierte den Schülern ein einfaches Rechenexempel: „Zieht man von der gesamten Fläche des Globus die Flächen ab, die nicht genutzt werden können und die, die von Menschen nicht genutzt werden sollten, um zum Beispiel die Artenvielfalt zu erhalten, dann bleiben 1,4 Hektar für jeden Menschen. “ Das entspreche etwa zwei Fußballfeldern, was ausreiche, wie Wiebe ausführte. Aber in Deutschland würden 4,6 Hektar auf einen Einwohner kommen, während es zum Beispiel in Indien nur 0,9 Hektar seien. Dieses Ungleichgewicht führe zu Hunger von Millionen, aktuell seien es 870 Millionen Menschen.

Der Film veranschaulichte die Zusammenhänge von Biotreibstoff und schwindenden Regenwaldflächen, denn nicht nur in Deutschland gebe es immer mehr Monokulturen. „Jeden Tag verschwindet in Indonesien Regenwald auf einer Fläche von fünf Fußballfeldern“, heißt es im Film. Und weiter: 127 Millionen Menschen würden ein Jahr lang satt werden, wenn die Pflanzen nicht im Tank, sondern auf den Tellern landeten.

Doch auch der stetig steigende Fleischkonsum treibe Raubbau an der Natur an. „Mit jedem Stück Fleisch essen wir ein Stück Regenwald“, heißt es drastisch. Deutschland importiere fünf Millionen Tonnen Eiweißfuttermittel aus anderen Ländern, und Brasilien, wo viele Menschen hungerten, exportiere 38 Millionen Tonnen Futtermittel ins Ausland. Der Sudan liefere Futter für das Vieh in den Industrieländern. Aber auch in Deutschland werde verschwenderisch mit Lebensmitteln umgegangen: 500 000 Tonnen Brot landen jedes Jahr in der Mülltonne. Dieser globale Rundumschlag zur Ressourcenvergeudung und zur ungleichen Verteilung gab den Jugendlichen viel Stoff zum Nachdenken. Gut vorbereitet hatten sie sich im Vorfeld, denn das Thema war fächerübergreifend, also im Biologie-, Politik und Wirtschaftsunterricht behandelt worden. Die Schulleiter Claudia Hoppe (Gesamtschule Rosenhöhe) und Martin Heyd (RRBK)sind überzeugt davon, dass der Film die Schüler erreicht. Claudia Hoppe: „Wir Lehrer wirken oft moralisch.“

© 2014 WESTFALEN-BLATT

Schule ohne Rassismus