Überdimensionale Bühnendeko findet neue Heimat an der Rosenhöhe

VON SUSANNE LAHR

Puh! Das war knapp. Denn das Möbelstück, das am Dienstag in der Gesamtschule Rosenhöhe angeliefert wurde, hatte nicht so ganz die üblichen Maße. Doch letztlich passte das rote Riesensofa durch alle Türen und steht nun direkt im zentralen Flur im Erdgeschoss der Schule. Und das war keine Hexerei, sondern Maßarbeit der Städtischen Bühnen.

Hexen-Sofa für Gesamtschule

Das rote Sofa gehörte nämlich den berühmten Hexen von Eastwick, die es nun nicht mehr benötigen. In der vergangenen Spielzeit im Stadttheater lümmelten sich auf dem überdimensionalen Möbel, das 5,70 Meter lang, 1,85 Meter breit und 1,70 Meter hoch ist, die Freundinnen Alexandra, Jane und Sukie, die durch ihre magischen Kräfte ihren Traummann Daryl van Horne heraufbeschwören und dann mit unerwarteten Folgen zu kämpfen haben.

Weil der Theaterfundus aus allen Nähten platzt und vieles einfach zu schade ist, um es wegzuschmeißen, haben sich die Theaterleute nach Abnehmern umgeschaut. Vor allem in den Reihen ihrer 30 Schulpartner. Und so fiel die Wahl für das knallrote Musical-Sofa auf die Gesamtschule Rosenhöhe. Die Löwengrube, das Kinderhaus des Bielefelder Tisches, bekommt vier Kindertische und 16 -stühle aus der Oper Médée. Die Theatergabe soll den Außenbereich des Löwenhauses schöner gestalten.

In der Gesamtschule Rosenhöhe waren am Dienstag nicht nur Schulleiterin Claudia Hoppe und die Lehrerinnen dabei, die den regelmäßigen Kontakt zum Theater halten. Auch die elf Oberstufenschüler, die seit Schuljahresbeginn in einem neuen Projektkursus "Theater" mitmachen, durften schon einmal zur Probe sitzen. Auch Theaterpädagogin Beate Brieden hüpfte aufs Polster. "Das wird ein gefragter Platz werden", ist sich Schulleiterin Claudia Hoppe sicher. "Hoffentlich vor allem ein Ort der Kommunikation, an dem über Theater gesprochen wird."

Über die Schulpartnerschaft hinaus hat die Gesamtschule Rosenhöhe nämlich seit Schuljahresbeginn erstmals einen Projektkursus "Theater" in der Oberstufe im Angebot. Diese relativ neue Unterrichtsmöglichkeit soll den Schülern vertieftes selbstständiges Lernen in individuellen Schwerpunkten ermöglichen.

Die Zusammenarbeit mit dem Theater ist dafür noch einmal intensiviert worden und in dieser Form bisher einmalig in der Bielefelder Schullandschaft. "Wir sind dabei, den Fahrplan für das gesamt Schuljahr gemeinsam zu erstellen", sagt Beate Brieden. "Es geht darum, vielfältige Eindrücke und Zugänge zum Theater zu schaffen und zugleich den Dialog der Generationen zu befeuern." Die Theaterpädagogin lobt das vielfältige Interesse des Projektkurses an Schauspiel, Dramaturgie und Bühnenbild. "Es wäre schön, wenn dieses Angebot Schule machen würde", erklärt Beate Brieden. Und auf dem roten Sofa könnte sie sich schon eine eigene Theater-Gesprächsreihe vorstellen.

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01 - Bielefeld Süd, Donnerstag 02. Oktober 2014

Schule ohne Rassismus