Brackwede. Ein wahrhaft moralisches Angebot für die Gesamtschule Rosenhöhe, das deren Schulleiterin Claudia Hoppe nicht ablehnen konnte. Und so kommen die Gesamtschüler jetzt ein Jahr in den Genuss von Kunst.

Dafür müssen sie in keine Museum gehen, die Kunst kommt in die Schule - dank eines neuen Projektes der Bielefelder Andreas-Mohn-Stiftung.

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Aus einem Bildband, der rund 100 Vorschläge enthält, hat sich das Kollegium sechs Kunstwerke auswählen dürfen, die nun als hochwertige Kunstdrucke an den Wänden vor den Kunsträumen der Schule hängen werden. In einer kleinen Vernissage wurden die Werke und das Projekt am Dienstagnachmittag aber zunächst einmal vorgestellt. "Sie stiften uns an zu Lust und Mut in Sachen Kunst", sagte Claudia Hoppe zu Andreas Mohn, seiner Frau Eva-Maria und Projektleiterin Gudrun Donicht. Die Bilder könnten helfen, einen anderen Zugang zum Verstehen der Welt anzubieten, "auch wenn es uns Kunst nicht immer einfach macht".

Andreas Mohn gab zu, seinen Zugang zur Kunst auch erst in der Studienzeit und bei vielen Reisen gefunden zu haben. "Bilder sind der Schlüssel zur großen Welt", sagte Mohn. "Und ich glaube, dass es eigentlich nicht möglich ist, Kunst nicht zu lieben."

Die Schüler sollen sozusagen im Vorbeigehen mit diesem Virus infiziert werden. Sie sollen auf eine leise, unaufdringliche und zufällige Art mit Kunst in Berührung kommen. "Offenheit und Freude sollen Programm sein", sagte Gudrun Donicht. Daher freute sie sich auch sehr, mit welchem Eifer sich die Gesamtschüler für die Vernissage ins Zeug gelegt haben. Donicht hoff, dass das Projekt " der Mohn-Stiftung bundesweit Kreise zieht. In diesem Sinne würden interessierte Kooperationspartner gesucht, eine mit der Universität Bielefeld sei bereits in Vorbereitung.

Fachliche Beraterin von "Kunst in Schulen" ist Christiane Heuwinkel (Kunsthalle Bielefeld). Sie übernahm es bei der Ausstellungseröffnung, die ausgewählten Kunstwerke vorzustellen, die zeitlich von der Antike über die Romantik bis hin zur Gegenwart einzuordnen sind. Dazu zählen "Die Schule von Athen" (Raffael), "Kreidefelsen auf Rügen" (Caspar David Friedrich), "Großstadt-Triptychon" (Otto Dix), "Der Kaktusliebhaber" (Carl Spitzweg), "Madame Monet mit Sohn" (Claude Monet) und "Der Zirkus" (Georges Seurat).

Passend zu den Kunstwerken hatte sich der Kurs "Darstellen & Gestalten" des 7. Jahrganges unter Leitung von Annette Sandhaus Bildergeschichten ausgedacht und auf die Bühne gebracht. Muhammet Kundag (Jahrgang 6) und Volkan Azer (Jg. 13) sorgten für die musikalische Untermalung.


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03 - Bielefeld Süd, Donnerstag 17. Oktober 2013

Schule ohne Rassismus