Körperausdruck beim Darstellen- und Gestalten-Tag in Gesamtschule Rosenhöhe

VON MONIKA KOPHAL

Brackwede. Ob die Liebe zur Natur, zum Fußballverein oder zu einem anderen Menschen - die Liebe findet viele Arten, um sich Ausdruck zu verschaffen. Sie durchläuft aber auch ganz verschiedene Stationen. Welche das sind, haben nun 17 Schüler der Gesamtschule Rosenhöhe am Darstellen- und Gestalten-Tag präsentiert. Und zwar als Schattenspiel.

 

Die sieben Stationen einer Liebe

Ein kleines Mädchen und ein kleiner Junge treffen sich im Sandkasten. Sie backen gemeinsam Kuchen und buddeln im Sand. Sie befinden sich an der Station Nummer eins. Doch dann reißt sie das Leben auseinander: Kindergarten, Schule, Studium. Die zweite Station ist quasi die erste Trennung. Jahre später treffen sie sich - an der dritten Station - wieder. Und zwar als Mann und Frau. Sie verlieben sich und zögern nicht lange, bevor sie es an die Station Nummer vier wagen: die Hochzeit. An der nächsten Station scheint gleich die Krönung ihrer Liebe zu warten - sie erwarten ein Baby.

Die sieben Stationen einer Liebe

"Die einzelnen Stationen", sagt Lehrer Christian Gembos, "haben die Schüler selbst festgelegt. So auch das Thema Liebe". Ein Jahr lang arbeiteten die Neuntklässler an dem Stück "Schatten der Liebe". Ihre Liebe - die so romantisch begann - lassen sie auf der Leinwand tragisch enden. Station sechs: Der Mann zieht in den Krieg und fällt. An der Station sieben, der Schlussszene, steht das Kind von Mann und Frau am Grab des eigenen Vaters.

Laut Gembos habe die aktuelle Ukrainekrise die Schüler sehr beschäftigt, "also haben sie das Thema Krieg mit einfließen lassen". Yannik Holuch (15) und Saskia Reuter (14) verkörpern das Brautpaar. "Natürlich spielen aktuelle Konflikte mit in das Stück hinein", sagt Saskia. Aber der Tod biete sich in einem Theaterstück als tragisches Ende nun mal besonders gut an. 

Jedes Jahr zeigen die Schüler der Jahrgänge sechs bis acht ihre Ergebnisse aus dem Wahlpflichtfach - und zwar in den sechs unterschiedlichen Arten des Ausdrucks: Körpersprache, Musiksprache, Bildsprache und Wortsprache. "In allen Arbeiten geht es um die Themen der Schüler", sagt Pia Schiering. Sie beispielsweise hat mit einer Gruppe Achtklässlern in Form einer Schwarzlichtaufführung typische Streitthemen - zum Beispiel Schuhe oder Haare - aufgezeigt. Den Streit habe es zuvor tatsächlich gegeben.

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01 - Bielefeld West, Mittwoch 11. März 2015

Schule ohne Rassismus