An der Gesamtschule Rosenhöhe laufen vielschichtige Planungen mit Hilfe eines Schweizer Architekten

Von Kerstin Panhorst

Brackwede (WB). Wie muss eine zukunftsfähige Schule aussehen? Welchen Ansprüchen muss die räumliche Gestaltung in Zeiten der Inklusion und des individuellen Lernens genügen? Mit solchen Fragen beschäftigten sich die Schüler und das Kollegium der Gesamtschule Rosenhöhe in den vergangenen Monaten. Mit Antworten und Ergebnissen ging die Schulleitung gestern an die Öffentlichkeit.

Inklusive

In mehreren Workshops wurde schnell deutlich, dass die Architektur des Gebäudes und die pädagogische Ausrichtung dabei nicht getrennt voneinander betrachtet werden können. „Der traditionelle Frontalunterricht findet heute nicht mehr statt. Gerade durch die Inklusion brauchen wir mehr Raum, und dieser quantitative Raumbedarf darf nicht gegensätzlich sein zum qualitativen Anspruch des Lernens“, erzählt Schulleiterin Claudia Hoppe.

Bereits im vergangenen Jahr wurde es eng in der Gesamtschule, so dass eine Dependance in der ehemaligen Brackweder Marktschule als Zwischenlösung eingerichtet wurde. Noch ist die Oberstufe dort untergebracht, doch bis 2019 soll sie wieder ins Stammhaus der Gesamtschule Rosenhöhe integriert werden. Deswegen wird ein neues pädagogisches Raumkonzept nun Schritt für Schritt umgesetzt. Für die fünften und sechsten Klassen ist der Prozess bereits abgeschlossen, jetzt sollen die siebten Klassen folgen. Für die 112 Schüler, die im kommenden Schuljahr die älteste inklusive Jahrgangsstufe besuchen, entstehen derzeit neue Räume, die bis zu den Herbstferien fertig gestellt sein sollen. „Es wird ein Cluster mit vier Klassenräumen. Dazu kommt der bisherige Informatikraum mit individuellen Nutzungsmöglichkeiten als Gruppenarbeitsraum sowie Rückzugsmöglichkeiten auf den Fluren für selbstständiges Lernen“, erläutert die Rektorin.

Entstanden ist das Konzept mit dem Schweizer Architekten und Pädagogen Andreas Hammon. „Man muss sich bei der Planung fragen, wie der Raum die Pädagogen unterstützen kann und wie sich den Jugendlichen, die immer mehr Zeit in der Schule verbringen, dadurch verschiedene Erfahrungsräume öffnen können“, sagt Andreas Hammon. „Das geht von Akustik über Licht und Klima bis hin zu einer sozialen Struktur.“

Während sich aus der Gesamtschule eine „Taskforce“ mit Vertretern aller Stufen bildete, um sich in Workshops mit der Umstrukturierung ihrer Schule auseinanderzusetzen und erste Prototypen des neuen, selbst designten Mobiliars gebaut wurden, nahm Hammon die Idee mit an die Universität Innsbruck. Dort entwickelte der Dozent mit Studenten der Fächer Architektur und Pädagogik ein Raumkonzept, das den Bielefeldern nun als Muster dient.

„Wir haben den Gipfel erklommen“, freut sich Schulleiterin Claudia Hoppe über den ersten Teil der Umbaumaßnahme. „Aber das war nicht der höchste Berg“, sagt sie. „Der Gletscher kommt noch.“

Wenn im Herbst die Neustrukturierung der siebten Klassen abgeschlossen ist, geht es nämlich direkt an das Konzept für die nächsten Jahrgangsstufen. Auf Dauer werden aber größere Baumaßnahmen erforderlich. „Uns fehlen ganz klar 1000 Quadratmeter. Wir könnten entweder im Innenhof oder über den bisherigen Toilettentrakt bauen.“ Aber dazu müsse erst eine Machbarkeitsstudie angefertigt werden, zumal auch die Schulsanierung parallel laufe, sagt die Schulleiterin.

Inklusive

Inklusive

© 2015 Westfalen-Blatt
Donnerstag, 14. Mai 2015

Schule ohne Rassismus