Die Gesamtschule Rosenhöhe veranstaltet Projekttag zu extremistischen Gruppen

Brackwede (bk). »Jugendliche sind besonders stark gefährdet, extremistische Einstellungen von anderen zu übernehmen«, weiß Thomas Praßer, der beim Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung arbeitet. Dagegen will die Gesamtschule Rosenhöhe ein Zeichen setzen: Bei einem Projekttag unter dem Motto »Extremismus – (K)ein Thema?« wurde der gesamte zehnte Jahrgang über die verschiedenen Formen von Extremismus und deren Verbreitung informiert.

 Stark gegen ExtremismusUm die Schüler für Propaganda zu sensibilisieren, berichtete Thomas Praßer während seines Vortrages von dem typischen Einstieg in extremistische Gruppen. Dieser gehe häufig extrem schnell: »Besonders in den sozialen Medien werden junge Menschen einfach erreicht und beeinflusst«, sagte er. In Bielefeld versuchten demnach junge Radikale der salafistischen Lies-Kampagne sogar in der Einkaufszone, neue Anhänger zu werben. Zusätzlich informierte Praßer über Anlaufstellen, die dabei helfen, aus derartigen Gruppen auszusteigen.

Die Vorführung der Dokumentation »Dschihad in den Köpfen« zeigte den Schülern danach den realen Fall eines jungen Türken, der sich von Extremisten beeinflussen ließ: Er kämpfte in Syrien für den so genannten Islamischen Staat und starb schließlich. Dass der Islam jedoch eine friedfertige Religion ist, beschrieb der Imam und Theologe Malik Usman Naveed: »Das beweisen nicht nur hunderte Verse aus dem Koran, sondern beweist auch die Geschichte unseres Propheten Mohammed«, erklärte er.

Im Verlauf des Tages sollten sich die Jugendlichen auch selbst in Workshops mit dem Thema Extremismus auseinandersetzen und ihre Erfahrungen mit Propaganda austauschen. In den Workshops wollen die Lehrer der Gesamtschule Rosenhöhe Präsenz zeigen: »Unsere Schüler sollen wissen, dass sie mit solchen Erfahrungen auch immer auf uns zukommen können«, betonte Schulleiterin Claudia Hoppe.

Schnell war allen Beteiligten klar: Das Thema bewegt und interessiert die Jugendlichen. »Bereits im Unterricht haben sich die Schüler intensiv damit beschäftigt und viele Fragen gestellt«, erzählte Lehrerin Christina Biergans. Auch die Lehrkräfte wurden sensibilisiert, auf die Anzeichen von Radikalisierung zu achten. Ob der Aktionstag aber eine regelmäßige Veranstaltung der Gesamtschule Rosenhöhe wird, ist noch unklar. »Wir sehen diesen Tag aber als Auftakt und versuchen, das Thema immer wieder in der Schulbiographie aufzugreifen«, verriet Claudia Hoppe.

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Mittwoch, 08. Juni 2016 

Schule ohne Rassismus