Stiftung unterstützt inklusiven Schulbau an der Gesamtschule mit 100 000 Euro

Brackwede (uj). Die Gesamtschule Rosenhöhe ist Preisträgerin des bundesweiten Wettbewerbs »Pilotprojekte inklusive Schulen planen und bauen«. Der Wettbewerb wurde von der Montag-Stiftung Jugend und Gesellschaft ausgeschrieben und enthält eine professionelle Begleitung bei der Projektentwicklung eines inklusiven Schulbaus in Form von geldwerten Leistungen im Wert von maximal 100 000 Euro.

 Gesamtschule übernimmt PilotfunktionIm Mittelpunkt steht dabei die Entwicklung neuer Raumkonzepte, mit denen Schulen künftig flexibel auf die pädagogischen Anforderungen reagieren können. »Es geht darum, flexible Einheiten zu schaffen, die möglichst viele Kinder in ihrer Unterschiedlichkeit nutzen können«, verdeutlicht Claudia Hoppe, Schulleiterin der Gesamtschule Rosenhöhe.

Dazu wird sich in den kommenden Monaten ein Planungsteam bilden, das aus Vertretern aller am Schulbau beteiligten Akteure besteht. In Bielefeld sind dies Pädagogen, Architekten sowie Mitglieder des Amts für Schule, der Gesamtschule, der Montag-Stiftung und des städtischen Immobilienservicebetriebs (ISB).

An der Rosenhöhe baut man auf den Erfahrungen der Sekundarstufe I auf, wo bereits inklusive Raumkonzepte umgesetzt wurden und ab dem Sommer ein weiterer Neubau für die Klassen 7 und 8 entsteht. Dabei hat man sich von der so genannten Flurschule mit abgeschlossenen Klassenzimmern verabschiedet und setzt statt dessen auf offene, transparente Lernräume mit speziellen Funktionsecken. Sie tragen den veränderten Anforderungen und einem sich grundlegend wandelnden pädagogischen Verständnis Rechnung.

Indes: »In vier Jahren kommen unsere Förderschüler in die Oberstufe«, verdeutlicht Claudia Hoppe. Zur Deckung eines dann erheblichen Flächenmehrbedarfs für die 240 Schüler der Sekundarstufe II beginnen nun die Planungen. Der Bedarf soll durch einen Anbau an die sanierungsbedürftige Sporthalle gedeckt werden.

Dass die Gesamtschule Rosenhöhe zu den bundesweit fünf Schulen gehört, die von der Montag-Stiftung ausgewählt wurden, liegt auch an deren Erfahrungen bezüglich der Sekundarstufe I. »Die Schule ist uns aufgefallen, weil sie kein Neuland betritt und die einzige Schule ist, die sich so dezidiert den Fragen für die Sekundarstufe II gestellt hat. Es ist möglich, dass das Modell über Bielefeld hinaus an Bedeutung gewinnt und auch von anderen Schulen übernommen werden kann«, sagt Dr. Karl-Heinz Imhäuser, Vorstand der Stiftung.

Imhäuser und seine Kollegen weilten gestern in Bielefeld, um die Gewinnerurkunde zu übergeben und in Vorgespräche zu treten. »Wir freuen uns, an dem Pilotprojekt teilnehmen zu können«, sagte Schuldezernent Dr. Udo Witthaus. Neben der Gesamtschule Rosenhöhe kommen vier weitere Schulen in den Genuss einer Planungsunterstützung. Sie stehen in Frankfurt/Main, Griesheim, Gelsenkirchen und Weimar.

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Mittwoch, 15. Juni 2016 

Schule ohne Rassismus