Planung von Umbau und Sanierung macht Fortschritte – Baubeginn im Sommer 2018

Von Kerstin Sewöster

Brackwede(WB). Seit vier Jahren wird die Gesamtschule Rosenhöhe in den Ferien zur Baustelle, um den Raum zu schaffen für die besonderen Anforderungen des inklusiven Unterrichts. Die etwa 6,5 Millionen Euro teure Gesamtsanierung inklusive Umbau ist ein Stück näher gerückt. Das Modell, an dem Schüler, Lehrer und die Stadt mitgewirkt haben, wurde jetzt dem ausführenden Architekturbüro PASD/Hagen übergeben.

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Zwei Jahre nach dem ersten Abstimmungsgespräch mit dem Schweizer Schulentwickler An­dreas Hammon ist schon viel passiert. Aus den vorsichtigen Anfängen, in denen Klassenräume zusammengelegt wurden, ist ein Schulkonzept geworden, dem Fachleute »Strahlkraft für ganz Deutschland« bescheinigen. »Schule neu denken«, nennt Schulleiterin Claudia Hoppe den Anspruch. Schon jetzt gibt es für die älteren Jahrgänge so genannte Cluster: Klassenübergreifend wurde ein Raummodell geschaffen, das sowohl das Lernen im Klassenverband als auch in kleinen Gruppen ermöglicht. Die Schüler seien immer einbezogen gewesen und hätten eigene Ideen eingebracht, betont Hoppe. So wurden Sitzmöbel entwickelt, die in der Justizvollzugsanstalt Herford umgesetzt wurden. Stehtische wurden in Eigenregie aus den Klassenmöbeln gefertigt. Die Schüler entschieden mit zunehmendem Alter immer selbstständiger wie und wo sie lernen wollten, erläutert Lehrer Michael Eichholz. Der didaktische Leiter spricht auch gerne von der Gesamtschule Rosenhöhe als Lernlabor. Das neue Konzept sieht zudem vor, die Räume multifunktional zu nutzen. So gebe es weniger Naturwissenschaftsräume, in denen Gruppenarbeit so gut wie unmöglich sei. Zudem soll der Innenhof als Unterrichtsraum mit einbezogen werden. Ein Höhepunkt könnte eine luftige Seil-Netz-Konstruktion sein.

Alle Erfahrungen sind in die Planungen für den Umbau der Gesamtschule, der auch eine energetische Sanierung beinhaltet, eingeflossen. Immer im Boot sind auch das Schulamt sowie der Immobilienservice der Stadt Bielefeld (ISB), der unter anderem beim Brandschutz neue Wege gehen musste.

Der mit etwa 6,5 Millionen Euro angesetzte Umbau soll in den Sommerferien 2018 starten und nach einem Jahr, also zum Schuljahresbeginn 2018/19, abgeschlossen sein. Wo die Gesamtschüler übergangsweise unterrichtet werden, hat im Vorfeld heftige Diskussion ausgelöst. Die Stadt hatte zehn Möglichkeiten in Betracht gezogen, von denen einige auch Schulen in Senne und Brackwede belastet hätten. Die Entscheidung darüber soll im Frühjahr in einer gemeinsamen Sitzung fallen, wie Schuldezernent Dr. Udo Witthaus betont. »Ich möchte andere Schulen nicht in Bedrängnis bringen, aber auch nicht unnötig Kosten verursachen«, kommentiert Schulleiterin Hoppe, die eine schulnahe Lösung favorisiert, weil dann die Schüler die Mensa und die Sporthallen nutzen könnten.

Während insbesondere der Sekundarbereich I, also die Klassen fünf bis zehn, in die Planungen zum Umbau einbezogen sind, stehen auch bei den Oberstufenschülern die Zeichen auf Zukunft. Aktuell sind sie in der Marktschule untergebracht, die mit dem Auslaufen der Hauptschule frei wurde. Doch für die Oberstufe soll nach Abschluss des Sek-1-Umbaus ein Neubau an der Gesamtschule entstehen, denn auch für die Jahrgänge 11 bis 13 soll Schule neu geschrieben werden.

Vanessa Otterpohl steht kurz vor dem Abitur, doch die Schülersprecherin engagiert sich dafür, wie ihre Nachfolger lernen können. Deshalb hat sie gemeinsam mit anderen Schülern und Lehrern sowie Vertretern der Stadt im Januar Schulen in den Niederlanden besucht, wo erfolgreich schon andere Lern- und Raumkonzepte umgesetzt wurden.

Die künftige Oberstufe profitiert davon, dass im Sekundar-I-Bereich schon so erfolgreich geplant und umgesetzt wird. So hat die Bonner Montag-Stiftung Jugend und Gesellschaft 100 000 Euro für die erste Planungsphase des Oberstufenneubaus zur Verfügung gestellt.

© 2017 Westfalen-Blatt

Donnerstag, 23. Februar 2017

Schule ohne Rassismus