Auf nach Bonn, hieß es am Freitag, den 4. November für 7 Schüler_innen, die mich zum Symposium „Transformation in der Lernraumbildung“ zur Alanus-Hochschule in Alfter bei Bonn begleitet haben, um gemeinsam mit Expert_innen aus Hochschulen, Schulen und Kommunen aus der Perspektive von Architektur und Pädagogik eine große Tagung im kommenden Jahr vorzudenken.

Eingeladen waren wir vor allem deshalb, weil wir im Rahmen unserer inklusiven Schulraumplanung Schülerinnen und Schüler intensiv beteiligt haben.  

Unsere Schüler_innen als Expert_innen für Lernräume der Zukunft

Ich war im Vorfeld nicht wirklich sicher, ob die Schüler_innen bereit wären, jeweils 3 Stunden für Hin- und Rückfahrt mit sich anschließenden Vorträgen über sich ergehen zu lassen. Das wäre wahrscheinlich auch dann der Fall gewesen, wenn ihnen nicht klar gewesen wäre, was sie in einer Runde von Erwachsenen und dazu einschlägigen Expert_innen zu sagen hätten. Das Gegenteil war der Fall: Lena, Robin, Noa und Tobias aus dem Jahrgang 8 sowie Leroy (aus der EF) und Vanessa und Lena aus der Q2 sind mitgefahren und waren äußerst engagiert dabei. Schön zu sehen, wie sie sich in einem für sie fremden Kontext zu bewegen und benehmen wussten. Hatte ich vorher erwartet, dass zumindest „die Kleinen“ längere Redebeiträge mit Gähnen quittieren würden, so wurde ich durch die konzentrierte Präsenz unserer Schüler_innen eines Besseren belehrt.

Dazu trug sicher auch der sehr herzliche Empfang durch die Veranstalter_innen und anderen Teilnehmer_innen des Symposiums bei. Uns schlug ein großes Interesse und die Bereitschaft entgegen, sich intensiv in die Blickwinkel von Schüler_innen zu begeben, um ihre Bedürfnisse und Vorschläge zu verstehen. Sie wurden als Expert_innen angesehen, denen mit großem Respekt und Wertschätzung begegnet wurde. So wurde das Programm zugunsten einer Interviewrunde  mit unseren Schüler_innen verändert, um sie zu Wort kommen zu lassen. Es war beeindruckend zu erleben, mit welcher Souveränität, welchem sprachlichen Geschick und Engagement unsere Schüler_innen unseren schulischen Planungsprozess beschrieben haben. „Die Schülerinnen und Schüler haben wirklich ihre Perspektive, ihre Bedürfnisse auf den Punkt gebracht“ (Dr. Josef Watschinger, Schulleiter aus Südtirol).

Im 2. Teil des Symposiums ging es in 4 Arbeitsgruppen um die konkrete Tagungsplanung in 2017. Da alle Erwachsenen von den Erfahrungen unserer Schüler_innen profitieren wollten, haben sich unsere Schüler_innen auf den Vorschlag eingelassen, sich auf die 4 Gruppen aufzuteilen. Hier hat sich gezeigt, dass es unsere Schülerinnen und Schüler gewohnt sind, in wechselnden Gruppenkonstellationen zu arbeiten. Konsequent war es dann auch, dass die Arbeitsgruppenergebnisse von unseren Schüler_innen präsentiert wurden.

Am Ende des Tages waren mögliche Themenschwerpunkte, Titel, Arbeitsformate und Settings erarbeitet worden. Gemeinsames, aber unabhängig voneinander erarbeitetes Ergebnis war, dass Schüler_innen bei dieser Tagung im Zentrum stehen sollten. Möglichweise werden sie in einer Diskussion über die „Bildung der Zukunft“ als Impulsgeber_innen den weiteren Verlauf der Tagung inhaltlich bestimmen, denn – so waren sich alle einig – die jetzige Schüler_innengeneration soll eine Bildung für die Zukunft erhalten und gleichzeitig ihre Zukunft bilden (gestalten).

Claudia Hoppe, Schulleiterin     

Schule ohne Rassismus